Die Absprungrate reduzieren

Schritte zur Reduzierung der Absprungrate

Wie Nutzer auf deiner Website oder deinem Blog bleiben

Wenn ein Nutzer auf einer Website landet und sie sofort wieder schließt bzw. zu den Suchergebnissen zurückspringt, ist das ein klares Zeichen für den Webseitenbetreiber, dass etwas schief läuft. In diesem Beitrag geht es darum, wie man dieses unerwünschte Nutzerverhalten beeinflussen kann.

Der prozentuale Anteil der Nutzer, die eine Website nach nur  einer Seitenansicht verlassen, wird als Absprungrate (Bounce Rate) bezeichnet. Diesen Wert betrachtet man als indirektes Kriterium für den Erfolg einer Website.

Aber das Problem ist, dass die Absprungrate als alleiniger Parameter zur Messung des Erfolgs nur begrenzt hilfreich ist. Denn während es für Google ein negatives Signal ist, wenn Nutzer sofort nach dem Website-Besuch zurück zu den Suchergebnissen springen, ist es positiv zu sehen, wenn Nutzer die gesuchte Lösung auf dieser einen Seite finden, alles durchlesen und dann erst nach einer Weile zu den Suchergebnissen zurückkehren. Daher muss immer auch die Verweildauer auf der Website eingerechnet werden, denn in Google Analytics werden beide Fälle als Absprung gewertet. Man sollte generell versuchen die Absprungrate auf möglichst niedrigem Niveau zu halten.

Dabei ist die durchschnittliche Gesamtabsprungrate wenig aussagekräftig. Es ist besser die einzelnen Absprungraten pro Kanal oder Seite auszuwerten und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten. Nur so können Ausreißer festgestellt werden, z.B. alte Artikel, die überarbeitet werden müssten.

Absprungrate Google Analytics gewichtet

Ob eine Absprungrate hoch oder niedrig ist, kann nicht pauschal gesagt werden. Der bekannte Webanalytiker Avinash Kaushik ist überzeugt, dass es durchaus schwierig ist, eine Absprungrate von unter 20% zu erreichen. Der Wert von über 35% sollte zum Nachdenken anregen, über 50% ist ein Anlass zur Besorgnis, so der Experte. Das ist allerdings stark abhängig von der Art der Website. Wie Studien (u.a. von Adobe und Kissmetrics) beweisen, können sich durchschnittliche Absprungraten für bestimmte Branchen sowie Webseitentypen unterscheiden. Darum wäre es sinnvoll, sich mit dem Benchmark-Bericht aus Google Analytics mit anonymisierten Daten von Portalen aus der entsprechenden Branche vertraut zu machen. Dadurch lässt sich der angestrebte Wert für eine Website relativ praxisnah festlegen.

Benchmark-Report bei Google Analyics

 

Eine hohe Absprungrate soll auf Probleme auf der Website aufmerksam machen. Es kann diverse Gründe dafür gehen, warum keine weitere Seite aufgerufen wird. Darunter fallen eine unübersichtliche Struktur, eine wenig ansprechende und zielgruppenoriente Gestaltung, viel Werbung oder Inhalte, die mit gesuchten Schlagwörtern wenig zu tun haben. Als „Gegengift“ sollte man diese Probleme aus dem Weg räumen, um die Website für Nutzer ansprechender zu gestalten.

Was du tun kannst, um die Absprungrate zu senken

1. Die Ladezeit beschleunigen

Heute hat fast niemand mehr Geduld und Verständnis für Websites mit langen Ladezeiten. Diese werden sehr ungern besucht und gelten als weniger benutzerfreundlich. Dauert die Ladezeit deiner Website mehr als 3 Sekunden, werden neue Nutzer sie höchstwahrscheinlich verlassen, ohne eine weitere Seite geöffnet zu haben. Deshalb ist es wichtig auf dieser Ebene Verbesserungen in Angriff zu nehmen und die Geschwindigkeit zu optimieren.

Mit dem Google-Tool Page Speed Insights kannst du überprüfen, wie es um die Geschwindigkeit deiner Website bestellt ist und welche Maßnahmen du ergreifen kannst, um die Website schneller zu machen. Häufig sind die hochgeladenen Bilder zu groß, aber auch viele css- und Javascript-Dateien lassen die Website lahmen. Auch WordPress bzw. das Theme selbst kann an schlechten Ladezeiten schuld sein, wenn zu viele Plugins verwendet wurden oder das Theme sehr mächtig ist.

2. Die Gestaltung der Website überarbeiten

Die Website soll  attraktiv genug aussehen und auf Besucher einen positiven Eindruck machen. Im Internet sieht man inzwischen sehr viele gute Beispiele mit hochwertigem Design. Daher nimmt man miteinander harmonierende Elemente, leserliche Schriftarten sowie passende Farben seit langem unbewusst als Standard wahr. Wenn deine Website durch unprofessionelles Design unter vielen schönen Websites auffällt, kann das Bedenken beim Nutzer erregen oder vielleicht falsche Vorstellungen von deinem Unternehmen schaffen. Bei überladenem Design findet sich der Nutzer möglicherweise nicht gut zurecht. Damit die Website auf Nutzer vertrauenswürdig und positiv wirkt, wäre es empfehlenswert die Gestaltung überarbeiten zu lassen.

3. Die Usability verbessern

Kann man sich auf der Website schnell nicht zurechtfinden oder ist es unklar, wohin man weiter gehen soll, werden Nutzer sie mit großer Wahrscheinlichkeit verlassen. Durch eine übersichtliche Struktur und eine intuitive Navigation werden die Besucher angeregt länger auf der Website zu bleiben und mehrere Seiten anzusehen, so dass die Absprungrate sinkt.

WordPress bietet wirklich viele wunderschöne Themes und tolle vorgefertigte Layout mit vielen Funktionen. Aber häufig verführen die Funktionalitäten und Designvorschläge dazu alles Mögliche auf die Website zu packen. Weniger ist mehr – gerade in den letzten zwei Jahren geht der Trend hin zu großzügigen Designs mit viel Weißraum. Es verwirrt Nutzer, wenn sie zuviel Auswahl haben und erreichen so möglicherweise gar nicht das Ziel, das du mit deiner Website bezwecken möchtest.

4. Automatisch ablaufende Videos oder Musik ausschalten

Man möchte es wirklich nicht glauben, aber es gibt immer noch viele Websitebetreiber, die versuchen Aufmerksamkeit mit automatisch ablaufenden Videos oder Musik zu erregen. Unter den Dingen, die Besucher auf einer Website am meisten nerven, rangiert aber das ungefragte Abspielen eines Videos oder Hintergrundmusik ganz oben. Damit Besucher sie nicht vorzeitig verlassen oder den Tab vor Schreck schließen, sollte man auf darauf verzichten.

5. Die Werbung minimieren

Aufdringliche Werbung, besonders als Popup-Fenster, wird von Nutzern ebenfalls als Belästigung empfunden wie automatisch abspielende Videos oder Hintergrundmusik. Wenn es gelingt, durch weniger Werbung die Absprungrate zu reduzieren,  kann als Ausgleich für entgangene Einnahmen durchaus mit höhere Konversionen gerechnet werden. Auch Google sieht Werbung, gerade im oberen Bereich der Website („above the fold“) kritisch und lässt eine solche Website auch unter Umständen nicht in den Top-Positionen ranken.

6. Die richtige Zielgruppe finden

Es ist äußerst wichtig eine klare Zielgruppe vor Augen zu haben. Du solltest genau definieren, auf welche Zielgruppe deine Strategie auszurichten ist, über welche Kanäle du sie am besten erreichst und wie du sie für die Webseite begeistern kannst. Denn eine falsche Zielgruppe kann ebenfalls für hohe Absprungraten verantwortlich sein.

7. Für ein responsives Design sorgen

Immer mehr Traffic wird heute über mobile Endgeräte erzielt. Sollte deine Website an die Bildschirmgröße von Smartphones oder Tablets nicht angepasst sein, ist das Nutzererlebnis wenig positiv und die Sitzung wird abgebrochen. Durch ein responsives Design wird die Absprungrate auf mobilen Geräten reduziert. Für die Suchmaschinenoptimierung ist das besonders wichtig, denn Google wird in Zukunft Websites, die nicht mobiloptimiert sind, nicht mehr im (mobilen) Index anzeigen.

Mit dem Tool Test my Site gibt Google Hinweise in welchem Ausmaß deine Website mobiloptimiert ist.

8. Für Ausgewogenheit zwischen Angebot und Inhalten sorgen

Besucher gehen schnell weg, wenn das Erste, das sie auf der Website sehen, eine Aufforderung zu einer Handlung (kaufen/bestellen/abonnieren) ist. Um die Absprungrate zu reduzieren, muss man dabei den goldenen Mittelweg finden, nämlich einerseits informieren ohne zu langweilen und gleichzeitig geschickt an den richtigen Stellen zur Handlung aufzurufen.

9. Die Relevanz der Inhalte erhöhen

Überzeuge dich, dass auf deiner Website Inhalte angeboten werden, die den Suchanfragen der Nutzer möglichst genau entsprechen. Es ist immer empfehlenswert, die Inhalte gut zu strukturieren, um den Lesefluss zu erleichtern. Das lässt auch die Absprungrate deutlich sinken.

Fazit

Nachdem du Schritte zur Reduzierung der Absprungrate eingeleitet hast, solltest du nach einem gewissen Zeitraum überprüfen, ob sie erfolgreich waren. Um Aufschluss darüber zu erhalten, welche Maßnahmen sich besser eignen, sollte man am besten mit A/B-Tests arbeiten. Dazu bietet Google das Tool Google Optimize an, mit dem beispielsweise zwei verschiedene Versionen einer Seite getestet werden können.

Ein Beitrag mit freundlicher Unterstützung von Olga Kulmann von TemplateMonster

Bildnachweis: https://pixabay.com/de/analytik-diagramme-verkehr-2606963/

About Cathrin Tusche

Hallo, ich bin Cathrin Tusche und ich blogge hier über Google Analytics speziell für Einsteiger. Im Laufe der Zeit werde ich immer wieder auf einzelne Themen eingehen und näher erklären. Also, stay tuned – und abonniere einfach den Newsletter, um auf dem Laufenden zu bleiben.

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