Ich habe Google Analytics auf meiner Website – was nun?

Google Analytics richtig implementieren und einrichten

Für die meisten Websites funktioniert die Standard-Implementierung von Google Analytics reibungslos. Konto und Property sind erstellt, Tracking Code an den Webprogrammierer übermittelt, Code auf der Website eingebaut – alles prima!

Nun heißt es etwas abwarten, bis erste Besucherdaten ermittelt werden. Dann stellt man fest, dass die Daten nicht wirklich aussagekräftig sind oder nicht richtig erfasst werden. Woran kann das liegen? Dafür gibt es mehrere Gründe.

1. Ist der Tracking Code ist richtig implementiert?

Normalerweise ist es kein Problem den Standard-Code auf der Website im Quellcode vor dem schließenden </head> Tag unterzubringen. Moment mal, Standard-Code? Genau, denn der Tracking-Code lässt sich beliebig erweitern, um weitere Daten zu erfassen, z.B.

  • E-Commerce-Daten, so dass Transaktionen (also Verkäufe), Umsatz, Conversion-Raten, Anzahl der verkaufen Produkte etc. erfasst werden. Beim sogenannten „erweiterten E-Commerce-Tracking“ lassen sich eine Kaufanalyse durchführen, d.h. wie viele legen beispielsweise ein Produkt in den Warenkorb und brechen dann aber den Kaufvorgang ab.
  • Demografische Daten wie Alter, Geschlecht und Interessen. Hier muss die Datenschutzerklärung entsprechend angepasst werden.
  • Domainübergreifendes Tracking, d.h. wenn es mehrere Websites gibt, deren Nutzung insgesamt erfasst werden soll (da sonst Besuche mehrfach gezählt werden).
  • Weitere Erweiterungen, bei denen z.B. bestimmte Aktionen gemessen werden sollen, z.B. der Download eines PDFs oder das Klicken auf einen bestimmten Button.

Leider gibt es bei der Implementierung dieser Code-Erweiterungen oft Probleme, gerade wenn ein Drittanbieter-Tool wie Warenkörbe oder Buchungssysteme mit angebunden werden sollen. Daher sollte man in jedem Fall mit dem Chrome-Browser-Plugin Google Tag Assistant vorab testen, ob der Code richtig installiert wurde.

Häufige Fehler, die ich alle schon erlebt habe, sind z.B.:

  • Der gleiche Code wird auf verschiedenen Websites implementiert
  • Unterschiedliche Codes werden auf der gleichen Website implementiert
  • Der E-Commerce-Tracking Code wird nicht verwendet bei Onlineshops
  • Verschiedene Konten wurden angelegt von verschiedenen Nutzern, so dass die Daten nicht von allen Nutzern gesehen werden
  • Der Code wurde an der falschen Stelle im Quellcode platziert

Wird der Code einer einzigen Property auf einer Website und einer Subdomain installiert, muss übrigens die Subdomain in der Verwaltung, Property, Tracking-Informationen – Veweisausschlussliste ausgeschlossen werden, da sonst Selbstverweise erzeugt werden und somit Daten doppelt gezählt werden.

2.  Was ist deine Strategie und ist Google Analytics entsprechend angepasst?

Zunächst musst du dir überlegen, welche Informationen für dein Unternehmen wichtig sind und welche dir helfen würden bessere Entscheidungen zu treffen, z.B. hinsichtlich deiner Marketing-Aktionen oder Content-Erstellung. Es gibt also nicht unbedingt pauschale Aussagen darüber, was man messen sollte und was die Daten aussagen. Einige wichtige Messdaten bzw. Key Performance Indicators findest du in dem Artikel „Die wichtigsten Kennzahlen in Google Analytics“.

Wenn du in dein Google Analytics Konto schaust, siehst du zunächst einmal nur die Standardberichte, die unter Umständen deine Geschäftsprozesse nicht abbilden. Zunächst einmal weiß Google Analytics ja nicht, ob du einen Onlineshop oder einen Blog hast und welche Informationen und Berichte für dich interessant sein könnten.

Die gute Nachricht ist, dass es möglich ist, die Berichte in Google Analytics soweit anzupassen, dass die Daten für dich aussagekräftig sind. Die Anpassungen können direkt in Google Analytics vorgenommen werden, bei anderen muss der Code erweitert werden. Für letzteres bietet sich der Google Tag Manager an. Diesen benötigst du aber nur, wenn es wirklich wesentlich für dich ist, bestimmte Daten zu erfassen, die standardmäßig nicht in Google Analytics erfasst werden und eine Änderung/Erweiterung des Tracking Codes voraussetzen.

Eine weitere Möglichkeit besteht in der Individualisierung der Standardberichte. Diese können auf folgende Arten angepasst werden:

a)  Veränderung eines bestehenden Berichts

Du kannst in einem Bericht die standardmäßig angezeigten Messdaten verändern, indem du oben rechts auf „Bearbeiten“ klickst.

Berichte bearbeiten und individualisieren

Damit öffnest du den bestehenden Bericht mit all seinen Messwerten und kannst ihn deinen Vorstellungen entsprechend anpassen. Die blauen Felder geben die Messwerte wieder, die in die verschiedenen Gruppen eingeteilt sind. Hier kannst du nun weitere Gruppen erstellen oder die Messwerte verändern. Die grünen Felder sind die sogenannten Dimensionen, die immer die erste Spalte eines Berichts darstellen. Auch diese können verändert werden. Durch das Anlegen von Filtern kannst du noch weitere Anpassungen vornehmen.

Benutzerdefinierte Berichte in Google Analytics

Übrigens findest du die diversen Messwertgruppen in folgendem Screenshot. Ich wette, du hast hier noch nie draufgeklickt ;). So hat man aber noch zusätzliche Werte für die Auswertung zur Verfügung. Mehrere Zielvorhabengruppen findest du übrigens dann vor, wenn du mehr als fünf Ziele angelegt hast.

Messwertgruppen in Google Analytics
b)  Erstellung eines eigenen benutzerdefinierten Berichts

Natürlich kannst Du unter dem Menüpunkt Personalisieren – benutzerdefinierte Berichte auch einen individuellen Bericht von Grund auf selbst erstellen. Außerdem besteht die Möglichkeit in der Solution Gallery unter „aus Galerie importieren“ einen Bericht herunterzuladen, den andere schon angepasst haben. Durchforste mal die Galerie, es gibt auch vorgefertigte Segmente oder Dashboards, die du verwenden und auf deine Bedürfnisse hin anpassen kannst.

3.) Stimmen die Daten wirklich?

Ein häufiger Fehler in Google Analytics betreffen die Daten zu diversen Marketingkampagnen. Wenn du beispielsweise in Facebook Werbung schaltest, die auf deine Website führt, beispielsweise auf einen bestimmten Blogartikel, dann siehst du in Google Analytics, dass die Quelle „Facebook“ ist. Was du aber nicht siehst, ist, ob diese Besucher über eine von dir geschaltete Werbung kommen oder ob sie über einen ganz normalen Facebook-Post gekommen sind.

Natürlich siehst du auch die Auswertung deiner Facebook-Kampagnen in Facebook selbst. Worum es aber in Google Analytics geht, ist folgendes:
Du möchtest gerne wissen, was die Besucher, die über diese Anzeige in Facebook gekommen sind, danach auf deiner Website gemacht haben. Haben sie gleich wieder die Website verlassen, haben sie noch weitere Seiten der Website aufgerufen, haben sie vielleicht dann einen Newsletter abonniert? All diese Informationen kannst du nur bedingt nachvollziehen, wenn du diese Kampagnen nicht entsprechend vorbereitest. Wie man das macht, erfährst du in dem Artikel „Kampagnentagging mit dem URL-Builder“. Dabei werden an die URL, die auf deine Website führt, Parameter hinzugefügt, die eine spätere Auswertung unter Kampagnen möglich machen.

So kannst du verschiedenen Kampagnen (nicht nur Facebook oder AdWords) miteinander vergleichen und herausfinden, welche Maßnahme eigentlich am meisten bringt und wo du dein Budget einsetzen solltest.

Kampagnen auswerten in Google Analytics
Wenn du also deine Kampagnen bzw. die entsprechenden Links nicht auszeichnest, wirst du hier auch keine Daten vorfinden bzw. nur die Daten von Google AdWords. Google AdWords-Kampagnen sind mit einem automatischen Tagging versehen, so dass du hier nichts tun musst.

Fazit

Für die allermeisten kleineren Websites ohne Shop dürfte die Standard-Installation von Google Analytics ausreichen. Trotzdem solltest du oben genannte Punkte prüfen und Google Analytics anpassen. Und auf die regelmäßige Analyse der Daten sollte man natürlich sowieso in keinem Fall verzichten ;).

Photo by Markus Spiske on Unsplash

About Cathrin Tusche

Hallo, ich bin Cathrin Tusche und ich blogge hier über Google Analytics speziell für Einsteiger. Im Laufe der Zeit werde ich immer wieder auf einzelne Themen eingehen und näher erklären. Also, stay tuned – und abonniere einfach den Newsletter, um auf dem Laufenden zu bleiben.

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