Google Analytics für Blogs

Google Analytics für Blogs

Wie du mit Google Analytics deinen Blog optimieren kannst

In diesem Artikel geht es darum, wie du mit Hilfe von Google Analytics deinen Blog verbessern kannst und Hinweise bekommst, welche Themen für deine Zielgruppe interessant sind und wie du deine Content-Marketing-Strategie auf Kurs bekommst.

Corporate Blogs oder Business-Blogs haben schon lange ihren Platz im Online-Marketing und das nicht erst seit „Content-Marketing“ zum „Big Thing“ erklärt wurde. Wenn du nur bloggst, weil man dir gesagt hat, das sei gut für die Suchmaschinenoptimierung, wird das wahrscheinlich langfristig genauso wenig bringen, wie wenn du nicht nachvollziehst, was das Content-Marketing eigentlich bringt.

Über die Vorteile des Corporate Blogs für die Suchmaschinenoptimierung, die Online-Reputation, die Kundengewinnung und vieles mehr, möchte ich gar nicht sprechen, denn hier soll es ja um die Erfolgsmessung mit Google Analytics gehen.

Mit diesen Berichten und Funktionen ziehst du die richtigen Schlüsse für die Verbesserung deines Blogs:

1.) Welchen Anteil am Gesamt-Traffic der Website hat dein Blog?

Falls du bisher Zweifel hattest, ob dein Blog dir überhaupt etwas bringt, mache dir bewusst, wie viele Seitenaufrufe dein Blog im Verhältnis zu den anderen Seiten der Website hat. Oft ist dieser Anteil beträchtlich und sicher ein Indiz dafür, dass Blogartikel oft besser gefunden werden als Angebotsseiten und ideal für den ersten Kontakt eines Interessenten mit deiner Website/Blog sind.

Gehe im Menü zu Verhalten – Website-Content – Alle Seiten. Wenn die Seiten deines Corporate Blogs mit dem URL-Teil /blog/ aufgerufen werden, kannst du auch unter Aufschlüsselung nach Content nachsehen:
Aufschlüsselung nach Content in Google Analytics
Hier im Beispiel kommen als Dreiviertel der Seitenaufrufe auf den Blog. Das ist ein sehr ordentlicher Anteil, aber in der Folge muss man analysieren, ob das nun ein gutes Zeichen ist, d.h. ob dadurch irgendwelche Ziele erreicht werden oder nicht.

Warum ist das wichtig?

Du bloggst ja nicht nur zum Spaß, sondern verfolgst gewisse Ziele damit. Wenn dein Blog also etwas bringen soll, dann musst du genau wissen, was die Leser interessiert und dir überlegen, wie du auch mit deinem Angebot überzeugen kannst.

2.) Welche Bloggartikel sind die besten?

Hier geht es nicht nur darum, welche Artikel die meisten Seitenaufrufe haben, sondern auch welche Leistung die einzelnen Seiten bezüglich diversen Metriken bringen. Gehe im gleichen Bericht auf den Vergleich:

Performance-Vergleich Google Analytics

Warum ist das wichtig?

Hier solltest du herausfinden, warum der am häufigsten aufgerufene Blogartikel eine höhere Absprungrate als andere hat oder warum z.B. die Angebotsseite eine so hohe Ausstiegsrate zu verzeichnen hat.

3.) Über welche Einstiegsseiten kommen die Nutzer auf die Website bzw. den Blog?

Unter Verhalten – Website-Content – Zielseiten findest du heraus, auf welchen Seiten deine Nutzer zum ersten Mal auf deinem Blog aufgeschlagen sind. Viele Blogger denken, dass Anzahl der Besuche und Seitenaufrufe wichtig sind, vernachlässigen aber die Einstiegsseiten. Diese sind jedoch ein wichtiger Hinweis darauf, ob dein Content gut gefunden wird oder ob die Promotion der Artikel läuft.

Zielseiten in Google Analytics

Warum ist das wichtig?

Wenn du hier feststellst, dass es deutlich mehr Einstiege für einen Artikel gibt, der eigentlich gar nicht so relevant für dein Business ist und ein Thema behandelt, das nicht zu deinem Kernangebot gehört und vielleicht auch noch zudem (wie hier) eine hohe Absprungrate hat, dann ist das problematisch, weil der Leser nicht zu deinem wirklichen Angebot gefunden hat. Es bedeutet auch, dass dein Traffic einbrechen könnte, wenn das Keyword bzw. die Keywordphrase nicht mehr so relevant sein sollte. Gerade auf solchen Seiten ist es wichtig auf weitere interessante Artikel hinzuweisen, oder auf deinen Newsletter hinzuweisen. Glaub‘ übrigens nicht, dass jeder doch die Anmeldemöglichkeit in der Sidebar sehen müsste ;).

4.) Wie hoch ist die Absprungrate?

Als Absprungrate bezeichnet man den Anteil der Besucher, die auf deine Seite kommen und keine weitere Seite betrachten und „abspringen“, oft zurück zu den Suchergebnissen z.B. bei Google. Dies ist für Google ein Signal, dass der Nutzer offensichtlich auf deiner Seite nicht das gefunden hat, was er erwartet hat. Aber auch das Gegenteil kann der Fall sein: er hat den Blogartikel gelesen, die gewünschte Information gefunden und verlässt nun einfach die Seite. Von daher ist eine hohe Absprungrate kombiniert mit einer längeren Verweildauer nicht so schlimm und eher typisch für Blogartikel. Aber auch hier gilt darauf zu achten, den Nutzer möglichst zu animieren, weitere Seiten anzusehen.

Absprungrate Google Analytics

Warum ist das wichtig?

Die Absprungrate ist generell eine Metrik, die man sich gut ansehen sollte. Allerdings sollte man sich nicht auf den Durchschnittswert in der Übersicht verlassen, sondern die einzelnen Seiten, Kanäle etc. ansehen, um herauszufinden, wo es haken könnte.

5.) Wo steigen die Nutzer aus?

Die Ausstiegsseiten sind für die Analyse deiner Blogartikel ebenfalls sehr wichtig. Um beim obigen Beispiel zu bleiben, wo der erste Artikel 349 Sitzungen brachte. „/“ ist übrigens immer die Startseite. Wenn du dir nun die Ausstiegsseiten ansiehst, kannst du leicht erkennen, dass von diesen 349 Sitzungen 345 auch hier ausgestiegen sind. Das ist natürlich typisch für Blogartikel: jemand sucht nach Informationen, liest den Artikel, verlässt die Website wieder.

Ausstiegsseiten Google Analytics

Aber Achtung bei den Ausstiegsseiten: das bedeutet, dass die Seite 345 Mal an dieser Stelle verlassen wurde, es bedeutet NICHT, dass diese Seite auch die Einstiegsseite war, denn es konnten auch mehr Seiten vorher angesehen worden sein (siehe Seiten/Sitzung). Oft korreliert aber bei den beliebtesten Seiten eine hohe Ausstiegsrate mit hohen Seitenaufrufen.

Warum ist das wichtig?

Hier solltest du dir ansehen, ob die Nutzer aussteigen, weil sie die Informationen bekommen haben, die sie brauchen oder ob die Seite generell nicht besonders gut ist, zu deinem Thema passt oder Ähnliches. Vielleicht fehlt auch einfach eine Handlungsaufforderung, die den Nutzer z.B. noch weiteren Seiten aufrufen lässt oder den Nutzer auffordert den Newsletter zu abonnieren.

6.) Welches Thema interessiert die Nutzer am meisten?

Wenn du mehrere Themen auf deinem Blog bedienst, ist es wichtig, dass du herausfindest, welches Thema am besten läuft. Wenn du aber nicht die URLs in einer Weise gruppierst, die es Google Analytics erlaubt den Content unter „Aufschlüsselung nach Content“ aufzulisten, dann bieten sich die Content-Gruppierungen an.
Gehe dazu in die Verwaltung – Datenansicht – Gruppierung nach Content. Es gibt verschiedene Regeln, wie man das Gruppieren vornehmen kann. Am einfachsten ist die Gruppe mit Regeldefinitionen. Du kannst einfach festlegen, welche Worte in der URL oder im Seitentitel vorkommen sollen und Google Analytics listet dir auch schon die entsprechenden Seiten auf. So könnte ich beispielsweise alle Seiten zusammenfassen, die etwas mit SEO zu tun haben. Gib alle Worte ein, die für die Gruppe relevant sind. Danach findest du die Gruppierung nach Content hier wieder:

content-gruppierung google analytics
Warum ist das wichtig?

Obwohl natürlich Google Analytics alle Seiten auflistet, ist es manchmal schwer den Wald vor lauter Bäumen zu sehen. Es ist gut, herauszufinden, welche Themengruppe des Blogs am erfolgreichsten ist und herauszufinden, wie du andere Themen vielleicht pushen kannst. Du kannst übrigens auch Blogkategorien als Gruppierung verwenden. Die Gruppierung bezieht sich nicht auf historische Daten, sondern wird erst ab dem Datum der Erstellung wirksam. Wenn du genau nachvollziehst, welche Themen deine Leser interessieren, wird es dir leichter fallen, neue Artikel zu erstellen, die wirklich gelesen werden.

7.)  Wie lange verweilen die Leser auf den Seiten?

Die durchschnittliche Besuchszeit ist ein Indiz dafür, wie interessant die Leser deine Blogartikel finden. Siehe dir am besten diese Verweildauer für die einzelnen Seiten an, denn hier mag es große Unterschiede geben. Auch für Google ist die Zeit, die Nutzer auf dem Blog verbringen eines der vielen Ranking-Faktoren. Wenn die Zeit sehr kurz ist auf einem Artikel, kannst du versuchen den Text zu verbessern oder vielleicht ein Video einbauen.

durchschnittliche besuchszeit google analytics

8.) Welche Artikel haben die besten Conversion-Rates?

Du verfolgst sicher ein bestimmtes Ziel mit deinem Blog bzw. mit deiner Content-Marketing-Strategie. Das bedeutet, dass du herausfinden solltest, welche Artikel für diese Zielerreichung am wichtigsten sind.

Ziele im Content-Marketing-Ziele können beispielsweise sein:

  • Aufrufe einer bestimmten Seite
  • Newsletter-Abonnements
  • Verweildauer auf einer Seite
  • Herunterladen eines PDFs
  • Abspielen eines Videos etc.
  • Seitenaufrufe über bestimmte Kanäle

Warum ist das wichtig?

Dazu musst du Ziele definieren, um so feststellen zu können, welche Seiten hinsichtlich der Ziele am erfolgreichsten waren. Unter Conversion – Zielvorhaben – Zielvorhaben-URL findest du, welche Artikel das waren. Du kannst auch einzelne Zielvorhaben auswählen.

zielvorhaben google analytics

9.) Wer verlinkt auf meinen Blog?

Eine zentrale Tätigkeit im Content-Marketing ist das Promoten der Blogartikel. Denn in den wenigsten Fällen kommen die Besucher von alleine. Nachdem du dir also deine Blogseiten wie oben beschrieben genauer angesehen hast, kannst du mit dem Bericht Akquisition – Alle Zugriffe – Verweise analysieren, über welche Websites die Besucher kamen. Das ist wichtig für dich als Blogger, denn so kannst du herausfinden, welche Websites eventuell eine Co-Marketing-Aktion oder eine Kooperation mit dir eingehen, oder die sich vielleicht für einen Gastartikel anbieten.

verweise google analytics
Wenn du jetzt noch als sekundäre Dimension eingibst, welche Zielseite aufgerufen über welche Website aufgerufen wurde, kannst du dir ansehen, wie viele Sitzungen generiert wurden, welche Absprungraten vorlagen und ob darüber auch Conversions stattgefunden haben.

Warum ist das wichtig?

Hier kannst du in das Thema „Blogger Relations“ einsteigen und wertvolle Backlinks zu deiner Seite aufbauen.
Ein Hinweis: in diesem Bericht findest du auch sehr viele Spam-Websites. Lies in diesem Artikel, wie du den Spam loswerden kannst.

10.)  Was bringen mir die sozialen Medien?

Das Promoten der Artikel in den sozialen Medien sind ein wesentlicher Bestandteil des Content-Marketing. Du wirst also Beiträge für Facebook & Co erstellen, die auf die Artikel hinweisen.
In den Berichten zu den sozialen Netzwerken findest du leicht heraus, welche Netzwerke für dich am wertvollsten sind und wo du mehr Engagement zeigen solltest, hinsichtlich Sitzungen, Conversions, Absprungraten und mehr.

social media google analytics

Wichtig ist hierbei, dass du nur generell erfährst, wieviel Traffic dir ein Netzwerk bringt, aber nicht welcher Post dazu geführt hat. Dazu musst die URLs, die du z.B. in Facebook postest mit zusätzlichen Parametern versehen. Erst dann kannst du auswerten, welcher Beitrag wie viel Traffic gebracht hat. Erfahre hier, wie das Kampagnentagging funktioniert.

Warum ist das wichtig?

Wenn du als Blogger in den sozialen Medien sehr aktiv bist, ist es sicher wert eine Auswertung zu machen, welche Posts am meisten bringen. Natürlich siehst du das auch mit den Statistiken der Netzwerke und Tools. Aber in Google Analytics kannst du die Conversions messen und nachverfolgen, welche anderen Seiten noch aufgerufen wurden, wie hoch die Absprungraten waren etc. Erfahre mehr über die Social Media-Berichte in Google Analytics.

Fazit

Mit einer genaueren Analyse der Berichte zum Verhalten und der Akquisition kannst du deine Content-Marketing-Strategie anpassen und optimieren, damit du für deine Leser tolle Artikel schreibst, die auch wirklich gelesen werden!

About Cathrin Tusche

Hallo, ich bin Cathrin Tusche und ich blogge hier über Google Analytics speziell für Einsteiger. Im Laufe der Zeit werde ich immer wieder auf einzelne Themen eingehen und näher erklären. Also, stay tuned – und abonniere einfach den Newsletter, um auf dem Laufenden zu bleiben.

5 Comments

  1. Hallo Cathrin,

    das ist ein sehr hilfreicher Überblicksartikel, der mir viele Funktionen von Goolge Analytics verdeutlicht hat. Was mir bei meinem Blog aufgefallen ist: die von Google Analytics angezeigten Seitenaufrufen und die im WordPress-CMS angezeigten Hits scheinen sich zu unterscheiden. Hast du eine Idee woran das liegen könnte? Vielleicht ist das aber auch nur meine lebhafte Fantasie.

    Danke für den Beitrag und viele Grüße
    Alex

    1. Hallo Alex,
      ja, das ist gut möglich, dass es hier zu Abweichungen kommt. Google Analytics zählt jeden Seitenaufruf, also auch wenn ein Nutzer 2x in einer Sitzung die Seite aufruft oder sie aktualisiert. Bei den eindeutigen Seitenaufrufen wird innerhalb einer Sitzung nur einmal gezählt. Es kann sein, dass die Statistiktools in WP das anders berechnen. Auch bei Google Analytics ist der Messwert „Seitenaufrufe“ an sich auch mit Vorsicht zu genießen, wenn man ihn als Kennzahl einsetzen möchte. Denn es kann sein, dass 100 Besucher die Seite einmal aufgerufen haben oder 50 Besucher zweimal. Von daher ist auch an dieser Stelle die Absprungrate vielleicht nicht ganz so aussagekräftig und nur als Tendenz zu sehen. Worauf man sich nun verlassen sollte? Wenn man weiß, wie was gezählt wird, ist das eigentlich egal, nur dann nicht beide Tools miteinander vergleichen (Äpfel/Birnen ;)).
      Viele Grüße,
      Cathrin

  2. Hi Cathrin,
    ein super Artikel!

    Ich habe auf einer Seite vor längerer Zeit Google Analytics deaktivert und würde es gerne wieder deaktivieren. Weißt du, ob ich das in den webmaster-Tools oder in Analytics direkt machen kann bzw. muss?

    Danke für deinen Tipp!

    1. Hallo Peter,
      vielen Dank für den Kommentar. Wurde das Konto tatsächlich gelöscht und/oder der Tracking Code entfernt? Google Analytics hat per se nichts mit der Google Search Console/Webmaster Tools zu tun, die man auch ohne GA verwenden kann. Also wenn das Konto/die Property wieder aktiviert werden soll, dann in GA selbst und den Tracking Code (falls der gelöscht wurde ) wieder auf die Website bringen.
      Viele Grüße,
      Cathrin

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