neue Features in Google Analytics

Fünf Neuerungen in Google Analytics

Neue Features für dein Google Analytics-Konto

Der Sommer neigt sich so langsam dem Ende zu und viele Website-Betreiber haben sich vielleicht längere Zeit nicht mehr in das Google Analytics-Konto eingeloggt.
Das solltest du jetzt aber tun, denn es gibt einige neue Features in Google Analytics und viele kleinere Änderungen.

1.) Der Nutzer-Explorer

Der Nutzer-Explorer, der sich im Menü Zielgruppe befindet ist sicher einer der spannendesten Neuerungen in Google Analytics.

In diesem Bericht geht es darum das Verhalten einzelner Nutzer zu untersuchen. Denn die Frage ist immer, wie Nutzer deine Website erleben, finden sie sich gleich zurecht, welchen Weg schlagen sie auf der Website ein? Haben sie also ein positives Nutzererlebnis und erreichen sie das Ziel der Website (abonnieren sie den Newsletter oder führen sie eine Bestellung aus etc.)?

Natürlich gibt es in Google Analytics eine Vielzahl von Berichten, mit denen sich das Verhalten der Nutzer insgesamt analysieren lässt, wie z.B. der Nutzer- und der Verhaltensfluss oder die Navigationsübersicht. Aber hier geht es um einzelne Nutzer und du kannst genau nachvollziehen, was dieser Nutzer auf deiner Website macht, gerade so als würdest du bei seinem Besuch auf deiner Website neben ihm sitzen.
Wenn du den Nutzer-Explorer aufrufst, findest du eine Liste mit Google Analytics Client-IDs. Diese werden durch anonymisierte Cookie IDs generiert, die Google Analytics verwendet, um jeden Nutzer tracken zu können. Am besten schaust du dir nun einen Nutzer an, der ein Ziel auf deiner Website erreicht hat. Im folgenden Screenshot ist das Ziel eine Transaktion, eine Bestellung in einem Onlineshop. Klicke auf die Tabellenbeschreibung, um nach Transaktionen zu sortieren.

Nutzer Explorer in Google Analytics
Wenn du nun auf eine Client-ID klickst, kannst du genau nachvollziehen, wann und wie der Nutzer zum ersten Mal auf deine Website kam (1), welche Seiten er seither bei seinen Sitzungen aufgerufen hat (2) bzw. welche Produkte er sich angesehen hat, bevor er bestellt hat. In diesem Fall sind 12 Tage vergangen bis dieser Nutzer die Bestellung durchgeführt hat und vorher hat er einige Produktseiten mehrmals aufgerufen. Es waren hier 7 Sitzungen nötig und eine Sitzungsdauer von 1 ¾ Stunden, bis der Nutzer bestellt hat (3).
Es ist auch möglich in diesem Report zu sehen, ob Nutzer etwas in den Warenkorb gelegt haben und dann entweder die Website verlassen haben oder andere Seiten aufgerufen haben. Und obwohl es natürlich schwierig ist, zu beurteilen, warum Nutzer dann doch letztendlich nicht bestellen, ist es doch möglich Rückschlüsse zu ziehen, ob es nicht möglich ist z.B. den Bestellprozess zu vereinfachen oder weitere Informationen zu liefern, damit die Bestellung ausgeführt wird. Wenn es wichtige Seiten auf deiner Website gibt, die ein Nutzer in jedem Fall ansehen sollte, kannst du hier nachvollziehen, wie Nutzer durch die Website navigieren, und ob sie diese wichtige Seite überhaupt finden und ansehen. Vielleicht muss eine Handlungsaufforderung eingebaut oder verbessert werden? Oder der Nutzer braucht mehr Informationen?
Es ist auch möglich den Report nach Seitenaufrufen, Zielvorhaben, Ecommerce oder Ereignissen zu filtern sowie auf- oder absteigend zu sortieren und weitere Details anzusehen (Alle maximieren) (4).

 

Details des Nutzer-Explorers in Google Analytics

 

2.) Intelligente Zielvorhaben

 

Intelligente Zielvorhaben in Google Analytics

Seit geraumer Zeit findest du im AdWords-Menü die intelligenten Zielvorhaben. Klingt super! Im Prinzip ist dies für Einsteiger gedacht, die kein Conversion-Tracking für AdWords installiert haben. Grundsätzlich ist das Conversion Tracking äußerst sinnvoll, denn damit kann besser nachvollzogen werden, ob Anzeigen funktionieren oder nicht. Aber wenn du keine Conversions (wie z.B. eine Newsletter-Anmeldung) vorgibst, sucht sich das System eben raus, was für dich als Conversion gelten kann. Das ist aber wenig sinnvoll, und ich kann es eigentlich gar nicht empfehlen. Besser ist es selbst Ziele zu definieren (siehe Verwaltung –> Datenansicht –> Zielvorhaben. Diese können dann einfach in AdWords importiert werden.

Es gibt also wenig Grund diese Smart Goals zu nutzen. Lies mehr dazu unter:
http://www.internetkapitaene.de/2015/12/16/intelligente-zielvorhaben-als-alternative-zum-conversion-tracking/

3.)    Google Sitelinks

Solltest du Werbeanzeigen in Google AdWords schalten, ist es sinnvoll das Google AdWords-Konto mit dem Google Analytics-Konto zu verbinden. Auf diese Weise werden Daten von Google AdWords in Google Analytics importiert. Danach stehen nicht nur AdWords-Daten, wie z.B. Anzahl der Klicks, Kosten und CPC (cost per click) zur Verfügung, sondern auch Analytics-Daten wie Absprungrate und Seiten pro Sitzung und das je Kampagne, Anzeigengruppe etc.

Neu hinzugekommen ist der Menüpunkt „Google Sitelinks“. Diese Funktion in Google AdWords ermöglicht das Hinzuschalten von weiteren Texten zu einer Anzeige, die dem Nutzer Informationen bieten sollen, warum sich ein Klick auf die Anzeige in jedem Fall lohnt.

Google AdWords Sitelinks in Google Analytics

Diese Auswertung findet man natürlich auch in Google AdWords, aber auch hier werden wieder AdWords und Analytics-Daten miteinander kombiniert und bieten wertvolle Hinweise darauf, ob einzelne Sitelinks funktionieren oder nicht.

In AdWords findet man die Auswertung der Sitelink-Erweiterungen unter dem Tab Anzeigenerweiterungen.

Die Anzeigenerweiterungen im AdWords-Bericht

4.)  Search Console

Dieser Bericht, der früher „Suchmaschinenoptimierung“ hieß, steht schon seit einigen Monaten zur Verfügung. Warum du dich bei der Search Console anmelden solltest und welche Daten du einsehen kannst, findest du hier: https://www.analytics-fuer-einsteiger.de/neue-daten-aus-der-search-console-in-google-analytics/

Welche Informationen du in der Search Console vorfindest, kannst du hier nachlesen: https://www.analytics-fuer-einsteiger.de/google-search-console/

5.)  Die Websiteauswahl und das Hauptmenü

Vor nicht allzu langer Zeit ist die Auswahl der Websites, die man verwaltet von der rechten auf die linke Seite gewandert und es ist nun deutlicher sichtbar, auf welcher Website und in welcher Datenansicht man sich gerade befindet. Mit einem Klick auf den Pfeil kann man von einem Konto, Property oder Datenansicht zu anderen wechseln.

Hauptmenü Google Analytics

Kontoauswahl in Google Analytics
Beim Hauptmenü wurde der Menüpunkt Personalisieren in Anpassung umbenannt, was nur konsequent ist, schließlich heißt auch der Menüpunkt, mit dem man Bericht individuell anpassen kann „Anpassen“

Das Menü Anpassung in Google Analytics
Auf der linken Seite oben befinden sich weiterhin das Anmeldekonto, die Nutzereinstellungen und das Diagnosetool. Neu hinzugekommen sind die Google Analytics Apps, die sich hinter dem Kachelicon verstecken. Hier gelangt man zu weiteren Google Tools, wie dem Google Tag Manager. Das DataStudio soll das Berichtswesen erleichtern, ist allerdings für Deutschland derzeit noch nicht verfügbar.

Fazit

Google verändert und verbessert das Google Analytics-Konto und die zusätzlichen Apps ständig, um Website-Betreibern die Webanalyse schmackhaft zu machen und die Auswertungen zu erleichtern. Nicht immer sind die Änderungen überzeugend, aber die Reports Nutzer-Explorer und Google Sitelinks sind wirklich nützlich.

 

About Cathrin Tusche

Hallo, ich bin Cathrin Tusche und ich blogge hier über Google Analytics speziell für Einsteiger. Im Laufe der Zeit werde ich immer wieder auf einzelne Themen eingehen und näher erklären. Also, stay tuned – und abonniere einfach den Newsletter, um auf dem Laufenden zu bleiben.

3 comments

  1. Sehr interessanter Artikel. Etwas verwirrt hat mich der Teil Sitelinks. Sind diese im Screenshot nicht falsch markiert? Das sind doch die blauen Punkte unterhalb der Markierung, oder?

    1. Herzlichen Dank für den Hinweis, denn ich hatte tatsächlich aus Versehen die „Erweitungen mit Zusatzinformationen“ (=Callouts) eingerahmt. Nun ist der richtige Screenshot drin und als Update habe ich noch hinzugefügt, wo man die Auswertung in AdWords findet.

  2. Vielen Dank für die Vorstellung der neuen Features. Wir werden jetzt gerade den Nutzer-Explorer Punkt genauer bei uns untersuchen. Das klingt wirklich sehr interessant und nützlich.

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